Speisen wie ein Präsident: Was isst eigentlich Herr Putin?

Russische Küche
MARIA BUNINA
Russland hat einen Präsidenten, der sich mit über 60 Jahren noch oberkörperfrei oder in engen Taucheranzügen zeigt. Dass Wladimir Putin Sport mag, ist bekannt. Aber auch seine gesunde Ernährung dürfte eine wichtige Rolle spielen: Das größte Land der Welt sollte man ja auch nicht auf nüchternen Magen regieren.

Das Präsidenten-Frühstück

Am Morgen isst Wladimir Putin am liebsten Getreidebrei, Quark mit Honig und drinkt dazu ein paar rohe gequirlte Eier. Dies wenigstens haben Reporter der russische TV-Sender NTV 2012 beobachtet, als sie gemeinsam mit dem Staatschef frühstückten. Außerdem, so erfuhren sie, mag Putin einen Cocktail aus Rote-Beete- und Meerrettich-Saft. Später konkretisierte er in einem anderen Interview, dass er gern Reis und Buchweizen mag, aber keine Haferflocken.

„Ich habe nicht viel Zeit zum Essen“, so Putin. „Ich mag Gemüse: Tomaten, Gurken, Salat. Morgens esse ich Brei, Quark und Honig. Wenn ich zwischen Fleisch und Fisch wählen kann, bevorzuge ich Fisch, Lamm mag ich auch.“ Ein Leckermaul sei er jedoch nicht, aus der Vielfalt der Süßigkeiten möge er nur ab und an mal Eiscreme.

Mahlzeiten unterwegs

Als Russlands Präsident ist Putin natürlich viel auf Reisen – im In- und Ausland. Oft wird darum aus eigentlichen Mahlzeiten ein Snack to go. „Wenn ich irgendwohin fahre, dann probiere ich gern die dortige lokale Küche. Grünen Tee bin ich schon gewohnt“, schreibt das russische Portal Lenta.ru, „abends esse ich gewöhnlich nicht. Am Nachmittag versuche ich Früchte zu essen oder Kefir zu trinken, wenn es ihn gibt. Wenn nicht, dann esse ich lieber gar nichts.“

Das Sankt Petersburger Restaurant “Podworje” bot vor ein paar Jahren eine besondere Menü-Aktion – „Mittagessen wie Wladimir Putin“. Da gab es dann die angeblichen Lieblingsgerichte des Staatschefs auf Grundlage seiner Bestellungen, als er selbst im “Podworje“ speiste. Damals bestellte er demnach stets Rinderbraten, Würstchen, Schnitzel, hausgemachte Koteletts oder auch gern einen geräucherten Stör mit Zitrone und Butter.

Wann immer sich Putin mit Journalisten zum Essen trifft, ist die Speisekarte stets Thema des Tages. So war es auch 2013, als Putin im Café „Auf dem Weg“ in Kaliningrad eine Fischsuppe Ucha, einen herzhaften Kuchen mit rotem Kaviar, geräucherten Aal und Pfannkuchen Bliny mit Erdbeeren.

2008 probierte er auf einer Dienstreise in Tatarstan einen typisch lokalen Salat, Hühnersuppe mit Bandnudeln, Rindfleisch mit Reis und einen Kuchen.

Einst wird beim Blick auf diese Speisekarten klar: Regieren macht hungrig!

Was trinkt man so als russischer Staatschef?

Wohl als Andeutung auf die nicht seltenen Dienstreisen in asiatische Regionen sagt Putin selbst: „Ich bin schon an grünen Tee gewöhnt…“

2010 sagte der damalige Kreml-Küchenchef Anatolij Galkin auf die Frage nach Putins Lieblingsgetränken, er bevorzuge Wein oder Bier. Außerdem gab Galkin das Rezept eines speziellen Cocktails preis, welcher für hochrangige Gäste gemixt werde: Viel Eis, ein Tropfen Limonensaft, Minze und 50 Gramm Champagner.

In verschiedenen News-Portalen wird Putin außerdem immer wieder nachgesagt, er möge besonders gern spanische Rotweine sowie einen kleinen Wodka nach dem Essen oder auch gern ein Glas dagestanischen Cognacs.

Geschmack der Kindheit

In einem anderen Interview erzählte Putin sogar ein bisschen aus dem kulinarisch-familiären Nähkästchen: Seine Mutter habe immer “Kuchen mit Kraut, Fleisch und Reis sowie Watruschki”, kleine Brötchen mit Quarkfüllung, gebacken.

In der Putin-Biographie „Putins Familie“ von 2002 wird außerdem auch Putins Großvater Spiridon Putin erwähnt, der in Sankt Petersburg als Koch arbeitete. „1918 wurde Spiridon zum Arbeiten in die Regierungskantine nach Moskau gerufen“, heißt es in dem Buch. „Es entstanden Gerüchte, er sei später bis zum persönlichen Koch Stalins in dessen Regierungsresidenz in Waldai aufgestiegen.“

Spiridon Putin starb, als sein heute großer Enkelsohn gerade einmal 12 Jahre alt war. Immerhin dessen großartige Fischsuppe Ucha und Lamm in Kaukasuskräutern durfte er noch mit dem Großvater genießen.

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