Wie Sie das legendäre Borodinski-Brot selbst backen

Victoria Drey
Süß, sauer und würzig zugleich – dieses Brot hat einen wirklich ganz besonderen Geschmack. Die Zutaten finden Sie in jedem russischen Supermarkt.

Das traditionell dunkelbraune Borodinski-Sauerteigbrot wird mit Roggen- und Weizenmehl gebacken und mit einer Prise Sirup oder Honig und würzigem Koriander veredelt. Fast jeder Russe kennt den Geschmack dieses Brotes.

Was wissen wir über den Namen und seine Geschichte? Es gibt eine bekannte Legende – schön und schaurig zugleich. Im Jahr 1812 fiel der russische General Alexander Tuschkow in der Schlacht von Borodino. Seiner Witwe brach das Herz und sie entschied sich, ein Kloster auf dem Schlachtfeld des Kampfes gegen die Franzosen zu gründen. Einige glauben, dass die Nonnen das Rezept für das Brot erfunden haben, das früher „Erinnerung“ hieß und erst später nach der Schlacht von Borodino benannt wurde. Die dunkle Farbe des Brotes soll für Kummer und Trauer stehen, die Körner des Korianders für Kugeln und Granatsplitter.

Es gibt noch eine andere, weitaus weniger romantische, Entstehungsgeschichte: Borodinski-Brot sei eine Erfindung sowjetischer Brotfabriken. Das erste Rezept, das dem heute noch gültigen Standard GOST entsprach, stammt erst aus dem Jahr 1930.

Was macht das Borodinski-Brot so besonders? Alles dreht sich um den süß-sauren Geschmack mit einem Hauch von Würze. Ein weiterer wesentlicher Faktor ist die Konsistenz: gutes Borodinski-Brot hat eine knackige und harte Kruste und ist innen sehr weich und leicht feucht. Das Rezept für Borodinski-Brot ist zweifelsohne eines der schwierigsten, das ich je gesehen habe. Die Zubereitung des Original-Brotes nimmt einen ganzen Tag in Anspruch. Zum Glück gibt es einige Tipps und Tricks, die die Zubereitungszeit auf zwei Stunden reduzieren können und dennoch schmeckt das Brot genauso gut.

Zutaten:

  • 150g Weizenmehl;
  • 100g Roggenmehl;
  • etwa 220ml Wasser;
  • 7g Trockenhefe;
  • 20g Roggenmalz;
  • 1 EL Sonnenblumenkernöl;
  • 1 EL Honig;
  • 1TL Salz;
  • 1TL gemahlener Koriander;
  • Korianderkörner.

Zubereitung:

1. Vermischen Sie zunächst alle trockenen Zutaten. Verrühren Sie in einer großen Schüssel Weizen- und Roggenmehl, Trockenhefe, Salz und gemahlenen Koriander.

2. Dann fügen Sie die allerwichtigste Zutat hinzu: russischen Roggenmalz, der dem Brot den typischen Geschmack verleiht, und verrühren alles erneut.

3. Verrühren Sie als nächstes lauwarmes Wasser mit Honig und geben es ebenso wie einen Teelöffel Sonnenblumenkernöl zur Trockenmasse hinzu. Kneten Sie den Teig: Er sollte klebrig, dick und dennoch elastisch sein. Achten Sie darauf, nicht zu viel Wasser hinzuzugeben. Die richtige Menge hängt von dem Mehl ab, das sie verwenden.

4. Wenn der Teig zu klebrig ist, verreiben Sie etwas Öl in Ihren Handflächen, das macht das Kneten einfacher. Geben Sie den Teig in eine große, saubere Schüssel und stellen Sie ihn mit Plastikfolie abgedeckt für eine Stunde an einen warmen Ort.

5. Wenn sich der Teig verdoppelt hat, verteilen Sie ihn in einer gefetteten Brotbackform. Lassen Sie den Teig weitere 30 Minuten gehen.

6. Mischen Sie etwas Mehl mit Wasser und geben Sie die weißliche Flüssigkeit oben auf das Brot. Verteilen Sie großzügig Korianderkörner darüber.

7. Backen Sie das Borodinski-Brot bei 210°C für 30 Minuten. Reduzieren Sie dann die Temperatur auf 180° und lassen Sie das Brot weitere 30 Minuten im Ofen. Lassen Sie den Laib vollständig abkühlen und dann: Freuen Sie sich und prijatnogo Appetita!

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