Schillerlocken auf russische Art: Verwöhnen Sie sich mit Blätterteig mit Eischneefüllung!

Victoria Drey
Dies ist die Geschichte von sowjetischen Konditoren, die aus einem ursprünglich deutschen Rezept ein beliebtes russisches Gebäck machten. Der Literat Friedrich Schiller hätte die nach ihm benannte Köstlichkeit wahrscheinlich auch geliebt.

Blätterteiggebäck mit Eischnee gehörte zu den beliebtesten sowjetischen Backwaren. Als Kind habe ich meine Mutter immer gebeten, diese lockenförmige Leckerei in der nahegelegenen Konditorei zu kaufen. Ich habe sie sofort gegessen und anschließend waren meine Hände und das Gesicht voller Puderzucker, mit dem das Gebäck großzügig bestäubt wurde. 

Was ich besonders gerne mochte, war die Füllung. Im Gegensatz zu anderen sowjetischen Desserts enthielt sie weder Butter noch Sahne und war daher leicht und luftig. Sie besteht nur aus Eiweiß und Zucker. 

Ich habe immer geglaubt, diese Köstlichkeit sei eine sowjetische Erfindung. Meine Eltern und auch die Großeltern erinnern sich noch daran, dass man sie in fast allen Bäckereien für 22 Kopeken das Stück kaufen konnte. 

Doch offenbar stammt das Originalrezept aus Deutschland und ist unter dem Namen Schillerlocke bekannt, nach dem berühmten Dichter und Philosophen Friedrich Schiller. Schillers Frisur, wunderschöne goldblonde Locken, stand Pate für den Namen. Es gibt sie gefüllt mit Sahne, Eischnee und auch mit herzhaften Füllungen wie Kartoffelpüree. Die sowjetischen Konditoren nahmen das ursprüngliche deutsche Rezept mit Eischnee auf, der in der Sowjetunion neben Buttercreme und Pudding oft als Füllung verwendet wurde.  

Das Beste ist, dass Sie keine teuren und exotischen Zutaten für dieses Rezept brauchen. Alles was Sie benötigen, finden Sie im Kühlschrank. Lediglich die spezielle Metallform, um die der Blätterteig gewickelt wird und die den Schillerlocken ihr typisches Aussehen verleiht, haben Sie möglicherweise nicht. Doch es gibt eine gute Nachricht: Sie können sie aus Alufolie einfach selbst basteln.  

Zutaten: 

  • 500g Blätterteig;
  • 2 Eiweiß;
  • 1 Eigelb;
  • 150g Zucker;
  • 70ml Wasser;
  • 1 Esslöffel Zitronensaft;
  • Puderzucker zum Bestäuben; 
  • etwas Salz.

Zubereitung:

1. Kaufen Sie einen Tiefkühlblätterteig und lassen Sie ihn bei Raumtemperatur auftauen. Schneiden Sie jedes Blatt in zwölf jeweils ein Zentimeter breite Streifen.  

2. Mehlen Sie ihre Arbeitsfläche und rollen Sie die Blätterteigstreifen auf die doppelte Länge aus. Die Streifen sollten jedoch nicht viel breiter werden.

3. Formen Sie nun die Locken, indem Sie die Blätterteigstreifen um ein kegelförmiges Rohr wickeln. Am einfachsten geht das mit rostfreien Metallkegeln. Wickeln Sie den Teig spiralförmig um den Kegel. Beginnen Sie am spitzen Ende. Achten Sie darauf, die Ränder der Teigstreifen leicht zu überlappen.

4. Legen Sie die Teiglocken auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech und pinseln Sie sie mit Eigelb ein. Mischen Sie dazu etwas Eigelb mit zwei Esslöffeln Wasser.  

5. Ca. 25 Minuten bei 180°C backen, bis die Locken aufgegangen und leicht goldbraun sind.  

6. Bereiten Sie die charakteristische Eiweiß-Füllung zu. Mischen Sie in einem Topf Wasser mit Zucker. Bringen Sie das Wasser zum Kochen und lassen es bei mittlerer Hitze etwa fünf Minuten köcheln, bis ein klarer Zuckersirup entsteht.

7. Schlagen Sie das Eiweiß in einer großen Schüssel mit einer Prise Salz und Zitronensaft steif. Fügen Sie unter ständigem Rühren nach und nach den heißen Zuckersirup hinzu. 

8. Rühren Sie so lange, bis die Eiweiß-Zuckersirup-Masse steif, sehr glatt und leicht glänzend ist. 

9. Die Blätterteiglocken müssen vollständig abgekühlt sein, bevor Sie sie mit Hilfe eines Spritzbeutels befüllen können. 

10. Füllen Sie jede Locke großzügig, stäuben Sie anschließend Puderzucker darüber. Nun können Sie genießen. 

Prijatnogo appetita! 

>>> Inspiriert von Russlands größtem Heerführer – die Suworow-Kekse

>>> Sind Sie neugierig, wie „Vogelmilch“ schmeckt? Dann probieren Sie doch Mal!

Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung ausschließlich unter Angabe der Quelle und aktiven Hyperlinks auf das Ausgangsmaterial gestattet.

Weiterlesen

Diese Webseite benutzt Cookies. Mehr Informationen finden Sie hier! Weiterlesen!

OK!