Olympia-Fackel erleuchtet Weltall

Eistänzer Tatjana Nawka und Ilja Awerbuch präsentieren die  Fackel der olympischen Winterspielen in Sotschi. Foto: AP

Eistänzer Tatjana Nawka und Ilja Awerbuch präsentieren die Fackel der olympischen Winterspielen in Sotschi. Foto: AP

Die Organisatoren der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi haben ambitionierte Pläne: Sie wollen den größten Fackellauf in der olympischen Geschichte veranstalten. Selbst ins Weltall soll das Feuer reisen.

Die Vorbereitungen zu den Olympischen Winterspielen 2014 laufen auf Hochtouren. Am Montag konnte im Moskauer Einkaufszentrum GUM gegenüber dem Kreml ein weiterer Etappensieg gefeiert werden. Auf einem feierlichen Festakt wurden die Fackeln für den olympischen und paralympischen Fackellauf vorgestellt.

Das Konzept, das hinter den Spielen steht, spiegelt sich im Design der Fackel „Sotschi 2014" in Form einer Feder wider. Diese erinnert an die

Feder des mythischen Feuervogels, dem in russischen Märchen die Fähigkeit zu leuchten zugeschrieben wird.

Die „Feder" wurde aus einer Aluminiumlegierung gegossen und der Griff sowie das Mittelstück aus einem besonders widerstandsfähigen Kunststoff gefertigt. Die Fackel ist 1,8 Kilogramm schwer und 0,95 Meter lang. Der Schwerpunkt wurde so berechnet, dass das Gusskunstwerk angenehm zu tragen ist. Das Design ist auch für widrige Witterungsverhältnisse ausgelegt, damit die Flamme selbst bei starkem Wind oder Frost nicht ausgeht.

Die paralympische Fackel unterscheidet sich nur in der Farbe von ihrem Zwilling. So erstrahlt die olympische Fackel in einem satten Rot, die paralympische hingegen in himmelblau. Die Farbe Rot soll die Kraft und den Willen der olympischen Bewegung symbolisieren.

An der Präsentation der Fackel nahmen die ehemaligen Eistänzer Tatjana Nawka und Ilja Awerbuch, das Supermodel Natalja Wodjanowa und die Schwimmerin und Behindertensportlerin Olesja Wladykina teil.

Nawka, Olympiasiegerin im Eiskunstlaufen in der Disziplin Eistanz im Jahre 2006 in Turin, durfte die neue Fackel als Erste halten. „Sie ist wunderschön. Das rote Mittelstück ist in eine Silberform eingebettet. Ich hoffe, dass sie uns in Sotschi Glück bringen wird", schwärmt die berühmte Sportlerin.

Insgesamt werden 14 000 olympische Fackeln hergestellt. In einem am Montag initiierten Wettbewerb werden die Fackelträger auserkoren. Diese haben zugleich die Ehre, die speziell für den Fackellauf angefertigten Uniformen zu tragen.

„Wir stellen an die künftigen Teilnehmer des Fackellaufes keine besonderen Anforderungen", verkündete Dmitri Tschernyschenko, Präsident des Organisationskomitees der Olympischen Spiele 2014, während des Festakts. Bewerben könne sich praktisch jeder. Auf der Webseite torchrelay.sochi2014.com sind für alle Interessierten alle Informationen zum Wettbewerb zusammengefasst.

Die Veranstalter der Olympischen Spiele 2014 haben ambitionierte Ziele: „Der Olympische Fackellauf ‚Sotschi 2014' wird der größte in der Geschichte der olympischen Bewegung werden", erklärte Tschernyshenko. „Der Fackellauf führt durch 2 900 Ortschaften. Denn wir haben das Ziel, 90 Prozent der Bevölkerung zu erreichen. Dazu wird das olympische Feuer auch den Elbrus, den Baikalsee und den Nordpol besuchen. Und wir hoffen, dass es in den Weltraum entsandt wird."

Während des olympischen Festakts gab es noch eine weitere feierliche Verkündung: Ilya Averbukh wurde zum 37. Botschafter der Olympischen Winterspiele ernannt. Averbukh gewann bei den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City die Silbermedaille im Eiskunstlauf. Darüber hinaus war er 2002 Weltmeister im Eiskunstlauf, 2009 Europameister sowie mehrfacher russischer Meister. „Für mich ist es eine große Ehre, in das Botschafterkomitee von Sotschi 2014 aufgenommen worden zu sein. Wir werden gemeinsam alles dafür tun, um die Olympischen Spiele 2014 zu einem großen Erfolg zu machen", freute er sich auf seine Aufgabe.

 

Der olympische Fackellauf

Das olympische Feuer für Sotschi 2014 wird in der Heimat der Olympischen Spiele, in Griechenland, entzündet und von dort aus am 7. Oktober 2013 in einem Spezialflugzeug nach Moskau gebracht.

Der Fackellauf wird durch 2 900 Ortschaften, 83 Gebiete der Russischen Föderation und durch neun Zeitzonen von Kaliningrad bis Wladiwostok führen.

Die 14 000 Teilnehmer des Fackellaufs werden in 123 Tagen 65 000 Kilometer zurücklegen. Rund 130 Millionen Russen sollen so an diesem Großereignis teilhaben können.Neben den Fackelträgern, die je zwischen 200 und 300 Metern laufen, wird der Mega-Marathon von über 30 000 Freiwilligen unterstützt. Die Fackel wird pro Tag 534 Kilometer zurücklegen, wobei Flugzeuge, Züge, Autos, ein russisches Dreigespann sowie Hirsche die Fackelträger bei ihrer Aufgabe unterstützen sollen.

Am 2. Februar 2014 erreicht die Fackel dann ihr Ziel Sotschi. Auch die paralympische Fackel wird Russland bereisen und vom 26. Februar bis 7. März 2014 insgesamt 50 Regionen Russlands besuchen.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Rossijskaja Gaseta.

Alle Rechte vorbehalten. Rossijskaja Gaseta, Moskau, Russland