Neues Kreuzjahr ausgerufen: Lawrow und Gabriel treffen sich in Krasnodar

Sergej Lawrow und Sigmar Gabriel geben Pressekonferenz in Krasnodar, 28. Juni 2917

Sergej Lawrow und Sigmar Gabriel geben Pressekonferenz in Krasnodar, 28. Juni 2917

Peggy Lohse
Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow eröffneten am Mittwoch in Krasnodar die XIV. Deutsch-Russische Städtepartnerkonferenz. Dabei leiteten sie direkt von einem Kreuzjahr ins nächste über.

Lawrow und Gabriel bei ihrer Pressekonferenz in Krasnodar / Peggy LohseLawrow und Gabriel bei ihrer Pressekonferenz in Krasnodar / Peggy Lohse

Am Mittwochabend wurde in der Krasnodarer Ponomarenko-Philharmonie  feierlich die XIV. Deutsch-Russische Städtepartnerkonferenz eröffnet. Neben dem Oberbürgermeister der südrussischen Stadt, Ewgenij Perwyschow, und dem Ersten Bürgermeister von Krasnodars deutscher Partnerstadt Karlsruhe, Wolfram Jäger; dem ehemaligen brandenburgischen SPD-Ministerpräsident und heute Vorsitzenden des Deutsch-Russischen Forums, Matthias Platzeck, dem Gouverneur des Gebiets Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, und vielen anderen Aktiven der deutsch-russischen Städtepartnerschaften kamen als Ehrengäste auch die beiden Außenminister Sigmar Gabriel und Sergej Lawrow nach Krasnodar: einerseits, um dem auslaufenden Kreuzjahr des deutsch-russischen Jugendaustauschs 2016/2017 die Wertung „erfolgreich” zu verleihen, andererseits, um das folgende Jahr 2017/2018 direkt zum nächsten deutsch-russischen Kreuzjahr zu machen - dem Jahr der kommunalen und regionalen Partnerschaften.

Gabriel bei der Eröffnung der Städtepartnerkonferenz in Krasnodar / Peggy LohseGabriel bei der Eröffnung der Städtepartnerkonferenz in Krasnodar / Peggy Lohse

Lawrow betonte bei seinem Auftritt zur Eröffnung der Konferenz, dass sich der Dialog zwischen Deutschland und Russland langsam wieder normalisiere. "Sie erinnern sich vielleicht an Anfang Mai, als der russische Präsident Bundeskanzlerin Angela Merkel empfing", so Lawrow. "Gerne würde Russland auch den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier empfangen." Eine Einladung liege demnach bereits vor.

Lawrow bei der Eröffnung der Städtepartnerkonferenz / Peggy LohseLawrow bei der Eröffnung der Städtepartnerkonferenz / Peggy Lohse

Außerdem seien Vertrauen und Verlässlichkeit, die eben gerade auf zwischenmenschlicher und kommunaler Ebene entstünde, eine Möglichkeit, letztlich sogar die "Politiker auf höchster Ebene" zu beeinflussen. Und angesichts einer Vielzahl von internationaler Herausforderungen, wie beispielweise der Bedrohung durch Terroristen, sei dies unbedingt vonnöten.

Zur Eröffnung der Städtepartnerkonferenz kamen auch Platzeck und der deutsche Botschafter in Moskau, Rüdiger Freiherr von Fritsch ( 2.v.r.) / Peggy LohseZur Eröffnung der Städtepartnerkonferenz kamen auch Platzeck und der deutsche Botschafter in Moskau, Rüdiger Freiherr von Fritsch ( 2.v.r.) / Peggy Lohse

Dann folgte Gabriel: Ihmzufolge müsse man einfach miteinander sprechen. Aber: "Nur weil man miteinander redet, muss man noch lange nicht einer Meinung sein", schränkte er ein. Aber geredet werden müsse. Und genau das tue man - und dabei würden dann eben auch Syrien und die dortigen Chemiewaffen-Attacken, die Ukraine und viele andere Staaten und Konfliktthemen angesprochen.

Sergej Lawrow bei der Pressekonferenz in Krasnodar / Peggy LohseSergej Lawrow bei der Pressekonferenz in Krasnodar / Peggy Lohse

Vor allem bei der anschließenden Pressekonferenz wird klar: Dialog ja, nachgeben nein. Die Streitpunkte Minsker Abkommen, C-Waffen in Syrien und Nato-Verstärung in Osteuropa bleiben weiter bestehen. Aber immerhin rede man eben intensiv miteinander.

"Das Schöne ist, dass Sergej Lawrow eine eindeutig klare Position hat, das macht es so angenehm, mit ihm zu arbeiten", lobte Gabriel gar die Tatsache, dass die Streitpunkte zwischen Berlin und Moskau so schnell eben auch nicht aus der Welt geschafft werden können.

Sigmar Gabriel bei der Pressekonferenz in Krasnodar / Peggy LohseSigmar Gabriel bei der Pressekonferenz in Krasnodar / Peggy Lohse

Der Dialog, das Reden und Zuhören und Verstehen, das seien jetzt die wichtigen Aufgaben aller. Und genau darum zeigten sich beide Minister dankbar für die Organisation der Städtepartnerschaften, derer es im kommenden Kreuzjahr dann am besten auch gleich spürbar mehr werden sollen. Denn diese Kontakte von Stadt zu Stadt, Gemeinde zu Gemeinde - dort müsse der Dialog eben auch auf alltäglicher Ebene erhalten werden. Bis er dann auch völlig wieder die höheren diplomatischen Ebenen ergreift.

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