Geschichte Tag für Tag: 20. September

Die Festlichkeiten 1862, ein Gemälde von Bogdan Willewalde

Die Festlichkeiten 1862, ein Gemälde von Bogdan Willewalde

Museum für Geschichte und Architektur, Nowgorod
In unserem heutigen Geschichtsrückblick lesen Sie, wer die russische Jacqueline Kennedy war, wann die sowjetische Besatzung der DDR offiziell endete und was die Wehrmacht-Truppen mit dem ersten russischen Nationaldenkmal vorhatten.

1999: Die letzte Gorbatschowa

Ronald und Nancy Reagan und Michael Gorbatschow mit seiner Ehefrau Raissa 1987

„Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau. So eine Frau war Raissa Gorbatschowa. Sie hatte ein hervorragendes Stilgefühl und keine Angst, Stereotype zu brechen.“ So beschreibt der französische Modeschöpfer Pierre Cardin die Ehefrau des ersten und einzigen sowjetischen Präsidenten, Michail Gorbatschow.  

Während des Studiums an der Lomonossow-Universität lernt Raissa den Jura-Studenten Michail kennen, den sie 1953 heiratet. Ihre Ehe dauerte über 45 Jahre. Als Frau des Generalsekretärs des KPdSU-Zentralkomitees begleitet Gorbatschowa ihren Mann in seinen Reisen, nimmt an der Aufnahme von ausländischen Delegationen teil, tritt regelmäßig im Fernsehen auf. Durch ihr elegantes Auftreten und ihren schicken Kleidungsstil weckt sie oft Neid bei einfachen sowjetischen Frauen.

Am 20. September 1999 stirbt sie im Alter von 67 Jahren in Münster an Krebs.

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Raissa Gorbatschowa (Mitte) und der Pariser Couturier Yves Saint-Laurent während einer Modenschau im Januar 1985

1955: Souveränität für DDR

Propagandaplakat in Leipzig, 1970

Die Sowjetunion gewährt der DDR formell die volle Souveränität. Laut dem in Moskau unterschriebenen Vertrag wird das Amt des sowjetischen Hochkommissars für das Territorium der DDR aufgehoben und stattdessen ein Beistandsvertrag aufgesetzt. Die Sowjetunion erkennt die Unabhängigkeit der DDR in allen Fragen der Außen- und Innenpolitik an. Gleichzeitig abei sollten die sowjetischen Truppen noch auf dem Territorium der DDR bleiben.

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1862: Tausend Jahre der russischen Geschichte

An diesem Tag vor 155 Jahren wird in Welikij Nowgorod das Denkmal "Tausend Jahre Russland" in Anwesenheit des Zaren Alexander II. eingeweiht. Es ist das erste Denkmal, das dem russischen Staat selbst gewidmet ist.

Die Höhepunkte der russischen Geschichte sind darauf abgebildet: die Herrschaft der ersten russischen Fürsten der Rurik-Dynastie (862), die Taufe der Rus (988), die Schlacht bei Kulikowo (1380), die Gründung der Zarendynastie der Romanows (1613), die Gründung des russischen Reiches (1721). Nach der Revolution wurde das Denkmal als Symbol der gestürzten Monarchie wahrgenommen, deswegen wurde es mit Sperrholz und Brettern bedeckt.

Im August 1941 wird Nowgorod von deutschen Wehrmacht-Truppen besetzt und einer der Generäle befiehlt, das Denkmal abzubauen, um Einzelteile nach Deutschland zu schicken. Der Plan scheitert. 1943 befreit die sowjetische Armee Nowgorod. Ein Jahr später wird das Denkmal rekonstruiert. Es war lange auf dem Fünf-Rubel-Schein abgebildet.

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