5 russische Bücher gegen Herbstdepressionen

Kultur
ALEXANDRA GUSEWA
Diese Geschichten bringen Spaß und Spannung in einen tristen, kalten und regnerischen Herbsttag.
  1. Alexander Pushkin – Die Hauptmannstochter 

Puschkin ist ein seltenes Beispiel für einen russischen Schriftsteller, der das Leben sehr genossen hat, obwohl er turbulente Zeiten und das Exil erfahren hat. In seinen Werken dreht sich alles um Hoffnung und Zuversicht, nicht um dunkle mystische Schwingungen wie zum Beispiel bei Dostojewski. „Die Hauptmannstochter“ ist ein Roman, der im Russland des späten 18. Jahrhunderts während des von Jemeljan Pugatschow angeführten Bauernaufstands spielt.

Die Handlung ist unglaublich fesselnd und wird Sie bis zur letzten Seite den Atem anhalten lassen. Ein Vater schickt seinen Sohn Pjotr los, um in einer abgelegenen Festung in der Armee zu dienen, wo er sich in die Tochter des Festungskommandanten, Mascha, verliebt.  Doch Pugatschows Bauernarmee steht schon bald vor den Toren und droht, alle Offiziere und Adligen hinzurichten. Es stellt sich heraus, dass sich Pugatschow und Pjotr schon einmal begegnet sind … Duelle, Liebe, Gefängnis und Streifzüge - das Buch ist voller Ereignisse, hochmoralischer Menschen und Ironie des Schicksals.

>>> Pugatschows Rebellion: Fünf Fakten zum größten Aufstand im Zarenreich

  1. Nikolai Gogol – Der Revisor 

Gogol ist einer der lustigsten russischen Schriftsteller - und dieses humorvolle Werk wird Sie zum Lachen bringen! Obwohl dieses Stück im frühen 19. Jahrhundert geschrieben wurde, ist es noch immer hochaktuell. Es könnte auch heute noch in einer beliebigen russischen Stadt spielen. 

Die Beamten einer kleinen Provinzstadt stecken tief im Sumpf der Korruption, sie verrichten ihre Arbeit nachlässig und nehmen Geld und Geschenke von Kaufleuten. Eines Tages hören sie Gerüchte, dass ein Inspektor aus der Hauptstadt inkognito kommen wird, um zu überprüfen, wie es in der Stadt zugeht. Die Beamten haben große Angst vor dem Revisor. Sie wissen nicht wie er aussieht und verwechseln ihn mit einem zufälligen Reisenden. Dieser Kerl hat nicht einmal genug Geld für ein Essen, daher gefällt es ihm sehr, wie eine wichtige Person behandelt zu werden. Doch irgendwann fliegt die Geschichte auf …  

  1. Ilja Ilf und Jewgeni Petrow –Zwölf Stühle 

Ein Roman voller Abenteuer, charismatischer Charaktere und lächerlicher Situationen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat die Revolution bereits stattgefunden und ein neues Regime bringt das gewohnte Leben der Menschen durcheinander, ganz gleich, ob Adlige oder gewöhnliches Volk. Eine alte Dame erzählt ihrem Schwiegersohn auf dem Sterbebett, dass sie Diamanten in einem von zwölf Stühlen versteckt habe, die sie während der Revolution verkauft hätte.

Der Schwiegersohn macht sich auf die Suche nach diesen Stühlen und findet sogar einen unternehmungslustigen Begleiter, aber es scheint, dass die Stühle einzeln verkauft wurden. Aber nichts kann die Protagonisten auf ihrer Suche nach dem Schatz aufhalten und sie ziehen durch ganz Russland. Es gelingt ihnen mit List und Tücke nach und nach die Stühle zu finden. Einer von ihnen heiratet sogar, nur um an den Stuhl der Frau zu kommen! „Zwölf Stühle“ ist ein witziger und kurzweiliger Roman, der gute Laune macht.

  1. Gebrüder Strugazki – Der Montag fängt am Samstag an 

Der wohl bekannteste Roman dieser Science-Fiction-Autoren ist „Picknick am Wegesrand“, auf dem Andrej Tarkowskis berühmter Film „Stalker“ basiert. Unbedingt empfehlenswert ist aber auch „Der Montag fängt am Samstag an“. Dieses Buch beinhaltet viele Überraschungen und wird Sie ein wenig verrückt machen. Es war einer der Favoriten der späten sowjetischen Techniker und Wissenschaftler, da es sowjetische wissenschaftliche Forschungsinstitute auf satirische Weise darstellt.

Ein Softwareentwickler namens Alexander aus Leningrad arbeitet am „Naturwissenschaftlichen Forschungsinstitut für Magie und Zauberei”. Er konzentriert sich auf sein sehr seltsames Forschungsgebiet und magische Kreaturen und ist so sehr in seine Arbeit vertieft, dass er das wirkliche Leben ganz vergisst. Die ganze Magie dient für ihn nur wissenschaftlichen Zwecken.  Als Teil eines Experiments reist er sogar in die Zukunft, um herauszufinden, ob die futuristischen Science-Fiction-Romane die Wahrheit sagen.

  1. Boris Akunin – Fandorin-Krimis

Boris Akunin schrieb eine Reihe von Büchern über Erast Fandorin, Russlands Sherlock Holmes und Hercule Poirot in einer Person. Fandorin ist ein eleganter, intelligenter und sehr glücklicher Mann, der Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts lebt und sich für japanische Kultur und Kampfkunst interessiert. Bei den Kriminalfällen, die er untersucht, geht es von Entführungen innerhalb der kaiserlichen Familie Romanow über hochkarätige Diebstähle bis hin zu verworrenen Mordgeschichten. 

Großes Vergnügen beim Lesen dieser Bücher bereiten nicht nur die spannenden Handlungen, sondern auch die treffende Darstellung des alten Russlands mit seiner High Society und den Untiefen der Unterwelt. Akunin verwendet teils reale historische Personen und Ereignisse als Hintergrund für seine Geschichten - zum Beispiel in „Türkisches Gambit“ den Russisch-Türkischen Krieg oder in „The Coronation“ (nicht auf Deutsch erschienen) die Thronbesteigung von Nikolaus II. und die Tragödie von Chodynka.