Die zehn beeindruckendsten Kirchen in Moskau

Die Kirche der Heiligen Jungfrau Maria in Dubrowitsy

Die Kirche der Heiligen Jungfrau Maria in Dubrowitsy

Legion Media
Wenn es um Kirchen geht, halten sich die meisten Reiseführer an die bekanntesten Kirchen in Moskau, wie die Basilius- oder die Christ-Erlöser-Kathedrale. Russia Beyond jedoch hat für Ihren nächsten Kirchenbesuch in Moskau ein paar Geheimtipps parat.

  1. Das Nowodewitschij-Kloster

Das Nowodewitschij-Kloster ist ein malerischer Ort mit einem Park und einem Ententeich in der Nähe, aber auch die acht Kirchen sind einen Besuch wert. Das Kloster wird von der Unesco als Beispiel des Moskauer Barocks aufgeführt und wurde 1524 noch vor Beginn der Romanow-Dynastie gegründet. Es wurde zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert in der Zeit der Wirren in Russland vorwiegend als Verhandlungsort genutzt. Sollten Sie Moskau zur Fußballweltmeisterschaft 2018 einen Besuch abstatten, bietet es sich an, das Kloster zu besichtigen, da es sich unweit des Olympiastadions Luschniki befindet. Die älteste Hauptkirche ist der Ikone der Muttergottes von Smolensk gewidmet. Vergessen Sie auch nicht, nach oben zu schauen, wenn Sie das Kloster betreten – dort gibt es direkt über Ihrem Kopf eine weitere Kirche.

  1. Die Kirche des Heiligen Nikolaus in Chamowniki

Der Heilige Nikolaus wird von der russisch-orthodoxen Kirche oft als Nikolaus der Wundertäter bezeichnet und ist einer der am meisten verehrten Heiligen in Russland ist.

Das Äußere der Kirche erinnert mehr an ein Lebkuchenhaus als an ein Gotteshaus und ist ein gutes Beispiel für den sogenannten Moskauer Dekorativstil oder den Moskauer Orientalismus. Dieser Architekturstil wurde vor allem in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts gebaut und dann vom Moskauer Barock abgelöst.

Die wichtigste Reliquie der Kirche, die Sie gesehen haben sollten, ist die Ikone der Muttergottes der Zuflucht der Sünder.

  1. Das Roschdestwenskij-Kloster

Das Roschdestwenskij-Kloster wurde in den 1380er-Jahren gegründet, bevor Russland durch die Erinnerung an die Opfer der großen Schlacht auf dem Feld von Kulikowo geeint wurde. Es heißt, dass das Kloster zunächst im Kreml untergebracht war, dann aber an seinen heutigen Ort gebracht wurde, durch den es auch seinen Namen erhielt: die Roschdestwenskaja-Straße und das Roschdestwenskij Boulevard. Das Kloster wurde zwischen 1922 und 1970 von der Sowjetregierung geschlossen und die antiken kirchlichen Räume als Büros, wissenschaftliche Labors, Kantinen oder für andere Bedürfnisse der Sowjetregierung genutzt. Später war geplant, aus dem Kloster ein Architekturmuseum zu machen, doch 1992 kehrte es zur klösterlichen Arbeit zurück.

Innen können ein paar schöne Kirchen besichtigt werden, darunter auch die im frühen 16. Jahrhundert errichtete Geburtskirche sowie die zwischen 1904 und 1906 im alten Moskauer Stil gebaute Kasaner Kathedrale. Besonders interessant ist das Interieur der Kasaner Kathedrale, das mit seinen ausladenden, sternenübersähten Bildnissen, die zum weitläufigen Deckengewölbe hinaufführen, für eine Kirche eher ungewöhnlich ist. Wenn Sie darüber hinaus noch einem russischen Gottesdienst beiwohnen möchten, können Sie das für gewöhnlich an den Wochenenden tun.

  1. Die Sankt-Clemens-Kirche

Diese aus rotem Backstein errichtete und durch andere Gebäude eng umrandete Kirche befindet sich in der kleinen Klimentowskij-Gasse und ist die größte Kirche des Moskauer „Samoskworetschye“-Stadtteils. Sie wurde im 18. Jahrhundert im Moskauer „Elisabeth“-Barockstil erbaut und erneuert.

Wie viele andere Kirchen war die Sankt-Clemens-Kirche während der Sowjetzeit geschlossen und diente als Verwahrungsort für Bücher der Russischen Staatsbibliothek. Die Kirche nahm ihren Dienst im Jahr 2008 wieder auf und wurde 2014 restauriert. Sie liegt in der Nähe der Tretjakowskaja U-Bahn-Station, so dass Sie ihre Besichtigung bequem mit einem Besuch der Tretjakow-Galerie verbinden können.

  1. Die Sankt-Georg-Kirche von Neokaisareia

Diese rote Kirche befindet sich in der Bolschaja-Poljanka-Straße und ist in ihrer Art und Weise einzigartig. Schauen Sie sich, wenn Sie dort sind, unbedingt die dreireihigen spitzengleichen Kokoschnik-Dekorationen und die fünf Zwiebeltürme an, die auf den seltenen fensterlosen Backsteinbögen errichtet wurden. Auf den Kreuzen sind darüber hinaus Kronen abgebildet, was bedeutet, dass die Kirche auf Geheiß des Zaren erbaut wurde.

Die Sankt-Georg-Kirche von Neokaisareia war eine der Lieblingskirchen der Romanows. Hier heiratete der zweite Zar der Romanow-Dynastie Alexej Michailowitsch seine Ehefrau Natalja. Später wurde hier ihr Sohn, der zukünftige Zar Peter der Große, getauft.

In den 1930er-Jahren wurde die Kirche geschlossen, die Heiligenbilderwand beschädigt und ein örtlicher Priester an seiner Arbeit gehindert. Gottesdienste fanden hier erst im Jahr 1996, nach dem Zerfall der Sowjetunion, wieder statt. Im Kirchenbesitz befinden sich einige hochverehrte Reliquien, wie die Überbleibsel antiker Ikonen und Ausschnitte von Heiligen, und auch den Chor lohnt es sich einmal anzuhören, selbst wenn Sie nicht religiös sind.

  1. Die Geburtskirche bei Putinki

Diese kleine weiße Kirche in der Malaja Dmitrowka Straße befindet sich in der Nähe der Twerskaja Straße. Das Wort „Putinki“ in ihrem Namen hat jedoch nichts mit dem russischen Präsidenten zu tun, sondern bezieht sich auf das russische Wort „putj“, „Weg“, da im 17. Jahrhundert hier oft Botschafter auf ihrer Reise in den russischen Norden eine Pause einlegten.

Im Inneren ist die Geburtskirche bei Putinki recht klein und dunkel und hat wenig mit dem goldenen prunkvollen Stil einiger modernen Kirchen zu tun. Ein Highlight sind aber die antiken Ikonen, die es darin zu sehen gibt und due mit von der Gemeinde gestifteten Edelsteinen versehen sind.

  1. Die Kathedrale der Muttergottes vom Zeichen in Kuntsewo

Diese Kirche wurde im 18. Jahrhundert von Alexander Naryschkin, dem Cousin Peter des Großen und Angehörigen eines Adelsgeschlechts, das Ländereien bei der Stadt Kunzewo besaß, erbaut. Im frühen 20. Jahrhundert wurde die Entscheidung getroffen, die Kirche im damals seltenen neobyzantinischen Stil umzubauen. Die aktuelle Basilika wurde 1913 eröffnet, in den 1930er-Jahren durch die Sowjetmacht jedoch erneut geschlossen und schwer beschädigt. Im Jahr 1991 wurde die Kirche wiedereröffnet und widmet sich seitdem vor allem der Jugendarbeit. Zu diesem Zweck führte die Gemeinde sogar eine Sonntagsschule ein.

  1. Die Christi-Himmelfahrts-Kirche von Kolomenskoje

Der Park Kolomenskoje bietet Ihnen eine gute Möglichkeit, einen Spaziergang zu unternehmen und sich dabei wie ein russischer Bojar des 16. Jahrhunderts zu fühlen. Die finanziellen Mittel für den Bau dieser Kirche, die zwischen 1528 und 1532 errichtet wurde, stammten von Wassilij dem Dritten, dem Vater Iwan des Schrecklichen. Der Legende nach sollte die Errichtung der Kirche als eine Art Gebet dienen, damit seine Frau einen Sohn zur Welt bringt. Anderen Quellen zufolge war der Bau wiederum ein Zeichen der Dankbarkeit über die Geburt seines Sohnes Iwan.

Nach 500 Jahren weicht die Kirche von ihrem ursprünglichen Aussehen ab und wurde viele Male restauriert. Dennoch sind interessante Details, die man im letzten Jahrhundert entdeckte, erhalten geblieben, zum Beispiel der so genannte „Zarenplatz“ oder die Überreste des nördlichen Eingangs.

  1. Die Kirche der Gottesmutter von Wladimir in Bykowo

Wenn Sie einmal eine ungewöhnliche Kirche besichtigen möchten, sollten Sie der etwas außerhalb Moskaus liegenden Kirche der Gottesmutter von Wladimir in Bykowo einen Besuch abstatten. Sie wurde auf dem Gebiet des nun herrenlosen Woronzow-Daschkow-Anwesens errichtet, auf dem sich jedoch ein Spaziergang noch immer lohnt. Manche Fachleute behaupten, dass die Kirche an den Stil des berühmten Architekten Wassilij Baschenow erinnert, der in Moskau unter anderem den Zarizyno-Schlosspark und das Paschkow-Haus konzipierte.

Das Innere der Kirche ist recht unscheinbar; bis heute finden innen und außen Restaurationsarbeiten statt.  

  1. Die Kirche der Heiligen Jungfrau Maria in Dubrowitsy

Der Anblick dieser Kirche kann einem Besucher durchaus den Atem rauben. Stünde da nicht das typische orthodoxe Kreuz auf dem Dach, würde man wohl nicht vermuten, dass es sich hierbei um eine russisch-orthodoxe Kirche handelt. Auch im Inneren ist die Kirche mit ihren bis zur Kuppel reichenden Fresken beeindruckend.

Am Ufer des Pachra-Flusses in der Nähe eines schönen Parks erbaut ist die Kirche einer der beliebtesten Trauungsorte der Moskauer Region.

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