Geschichte in Bildern: Russische Ballettdiven des frühen 20. Jahrhunderts

E.O. Hoppé Estate Collection provided by OOO “Iskusstvo – XXI vek” publishing house
Probe- und Studioaufnahmen von Matilda Kschessinskaja, Anna Pawlowa und Tamara Karsawina sind zum ersten Mal in Russland zu sehen.

Anfang des letzten Jahrhunderts war Sergej Djagilews Ballets Russes die große Sensation des europäischen Kulturlebens. In den 1910er und 20er Jahren verewigte der in Deutschland geborene britische Fotograf Emil Otto Hoppé die russischen Tänzer auf der Bühne und hinter den Kulissen. Alle führenden russischen Ballerinen besuchten das Atelier des Fotografen. Ein Teil seiner umfangreichen und wertvollen Sammlung wurde jetzt in Russland im Album „101 Fotoaufnahmen“ veröffentlicht.

1 Matilda Kschessinskaja als Artemis, 1912.

Der russische Zar Alexander der Dritte hat seinem Sohn Nikolaus, dem zukünftigen Zaren, die führende Tänzerin der Sankt Petersburger Ballettschule persönlich vorgestellt. Schon kurz darauf entfachte die Leidenschaft zwischen den beiden.

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2 Tamara Karsawina als Schar-Ptiza (Der Feuervogel), 1911.

Karsawina war eine von Hoppés Lieblingstänzerinnen. Im Jahr 1902 absolvierte sie die Kaiserliche Theaterschule in Sankt Petersburg und schloss sich dem Mariinski-Theater an.

3 Tamara Karsawina als Schar-Ptiza und Adolf Bolm als Iwan Zarewitsch, 1911.

Die Ballerina ging auf zahlreiche Tourneen in Russland und Europa. Pariser Kunstkritiker bezeichneten Karsawina auf der Bühne als „eine tanzende Flamme“.

4 Ljubow Tschernyschowa als Sobeida aus dem Ballett Scheherazade, 1920.

Wie auch andere russische Ballerinen absolvierte Tschernyschowa die Kaiserliche Theaterschule in Sankt Petersburg und war ab 1912 eine der offiziellen Tänzerinnen von Sergej Djagilews Truppe.

5 Ljubow Tschernyschowa als Kleopatra, 1918.

Nach dem Tod von Sergei Djagilew verließ Tschernyschowa die Ballett-Truppe und wurde Solistin des Monte-Carlo-Balletts. Zusammen mit ihrem Ehemann Sergej Grigorjew hat sie die Ballettaufführungen des Djagilew-Repertoires im Ausland wieder ins Leben zurückgerufen.

6 Wera Fokina, 1914.

Die Ehefrau des berühmten Choreografen Michel Fokine war eine der führenden Balletttänzerinnen des Mariinski-Theaters. Im Jahr 1918, kurz nach der Revolution, verließen sie das Land für immer. Zunächst lebten die Fokines in Europa, zogen 1919 aber in die Vereinigten Staaten, wo sie eine Ballettschule eröffneten.

7 Anna Pawlowa und Lawrentij Nowikow während einer Probe des Balletts „Die Tochter des Pharaos“, 1923.

Pawlowa schloss die Kaiserliche Theaterschule ab und spielte die Hauptrolle in den romantischen Ballettinszenierungen „La Bayadère – Die Tempeltänzerin“ und „Giselle”. Damit erklomm sie die Höhen des Mariinski-Theaters und wurde dank des Porträts des russischen Malers Walentin Serow auch zum Gesicht des Ballets Russes des russischen Impresario Sergei Djagilew in Paris.

8 Anna Pawlowa führt einen japanischen Solotanz auf, 1923.

Es ist schwer, einen Ort auf der Welt zu finden, an dem Anna Pawlowa nicht getanzt hat: die Vereinigten Staaten, Australien, Indien, Japan, Argentinien, Uruguay, Kuba – in vielen dieser Länder war Pawlowas Auftritt die erste Ballettaufführung überhaupt.

9 Olga Spessiwzewa als Aurora (Dornröschen), 1921.

Sie begann ihre Karriere im Jahr 1913 im Mariinski-Theater. Den Titel der Primaballerina erhielt Spessiwzewa erst nach der Oktoberevolution, als es keine Zaren und kein kaiserliches Ballett mehr gab. Spessiwzewa wurde in der von Sankt Petersburg in Petrograd umbenannten Stadt als ein Überbleibsel einer sterbenden alten Kultur wahrgenommen.

10 Lidija Lopuchowa als Ballerina-Puppe, 1919.

Lidija wurde in einer Familie von Balletttänzern geboren und an der Kaiserlichen Theaterschule in Sankt Petersburg ausgebildet. Sie trat 1910 den berühmten Ballets Russes bei und wurde für ihre Rollen in Igor Strawinskis Ballet „Der Feuervogel“, sowie ihre Tänze mit Wazlaw Nischinski, berühmt.

>>> Sergej Djagilew: Russische Revolution der Kunst

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