Oma-Armeen und modernes Zahlen: So nutzen Sie die Moskauer Metro wie Einheimische

Die Fahrt mit der Moskauer Metro ist an sich schon ein Erlebnis. In der Hauptverkehrszeit sollten Sie jedoch diese Tipps beherzigen!

1 Planen Sie Ihre unterirdische Besichtigungstour gut!

Eine Besichtigung der schönsten Metrostationen in Moskau ist ein Muss. Aber wie in jeder anderen Metropole sind viele überlastete Stationen in der Hauptverkehrszeit nicht besonders einladend. Einige der schönsten Stationen der Ringlinie wie die Kiewskaja oder Prospekt Mira platzen aus allen Nähten, deswegen haben Sie zu Spitzenzeiten nicht wirklich viel Platz, um den perfekten Instagram-Foto unter den hastigen Passagieren aufzunehmen.

Die beste Zeit für eine Besichtigung der Metro ist zwischen 11.00 Uhr und 14.00 Uhr, wenn die meisten Moskauer schon auf der Arbeit sind. Für Nachteulen oder Frühaufsteher bieten sich auch die Zeitfenster nach 22 Uhr bis 1.30 Uhr oder ab 5.30 bis 8.00 Uhr morgens an, denn da sind sie fast leer.

>>>Die fünf märchenhaftesten Metro-Stationen der Moskauer Ringlinie

2 Seien Sie nett zu Babuschkas ...

In der Moskauer Metro herrscht die allmächtige Armee der russischen Großmütter. Während es in vielen Ländern als Geste des guten Willens gilt, älteren Damen den Sitzplatz anzubieten, ist das in Russland ein Muss! Die Nichteinhaltung dieser Regel kann schwere Folgen haben... im besten Fall böse Blicke von allen Seiten.

Bevor Sie sich in die Moskauer Metro hinsetzen, sollten Sie also aktiv nach Babuschkas Ausschau halten, die einen Sitzplatz benötigen könnte. Die Regel gilt auch für die anderen Verkehrsmittel wie Bus, S-Bahn oder O-Bus.

>>>Sechs Tipps für den richtigen Umgang mit einer russischen Babuschka

3 ... aber rechnen Sie selbst nicht mit Höflichkeit!

Moskauer Babuschkas sind immer dankbar, wenn man ihnen einen Sitzplatz abgibt, aber wenn es um die Hauptverkehrszeit geht, sind sie die rücksichtslosesten Passagiere! Seien Sie also nicht überrascht, wenn Sie ein Ellbogen in den Rücken stößt. Höchstwahrscheinlich hören Sie dann die Stimme einer alten Dame, die Ihnen streng sagt, dass Sie sich doch bitte schnell vorwärts bewegen sollen. Mach Sie einfach das, was sie sagen!

4 Holen Sie sich eine Troika-Karte!

Wenn Sie die Moskauer Metro für eine einmalige, kurze Besichtigungstour nutzen möchten, ist dafür bestens ein Jediny-Ticket geeignet. Allerdings ist dies die teuerste Option, denn eine Fahrt kostet 55 Rubel (0,77 Euro). Wenn Sie aber planen, die U-Bahn mehr als einmal zu benutzen, könnte es ein wenig ärgerlich sein, weil Sie in der Schlange warten müssen, um vor jeder Fahrt ein neues Ticket zu kaufen. Deswegen reisen die meisten Moskauer mit einer Troika-Karte – da kostet die Einzelfahrt auch nur noch 36 Rubel (0,50 Euro).

>>>Survival-Tipps: Wie finde ich das richtige Ticket für die Moskauer Metro?

5 Keine Angst vorm Schubsen!

In der Hauptverkehrszeit ist sich jeder selbst der Nächste. Wer sich nicht in den Zug drängt, kommt nicht mit. Aber jeder Versuch, in den Zug einzusteigen, bevor alle aussteigen, wird als unhöflich angesehen. In diesem Fall werden Sie vielleicht wieder auf die Plattform zurückgeschoben!

6 Zug verpasst? Keine Sorge!

Wenn man in einer anderen Stadt einen Zug verpasst, kann es sein, dass man dann zu spät kommt. In der Moskauer U-Bahn dauert es nur 40 Sekunden, bis der nächste kommt. In der Tat ist die Moskauer Metro so schnell und effizient, dass man nur dann Anzeichen von Ungeduld sieht, wenn die Leute auf dem Bahnsteig mehr als drei Minuten auf einen Zug warten müssen.

7 Rechts stehen, links gehen!

Bei Benutzung der Rolltreppen ist die linke Seite nur zum Laufen geeignet. Wenn Sie es selbst also nicht eilig haben, stehen Sie auf der richtigen Seite – oder Sie müssen wieder mit Schubsen rechnen!

8 Seien Sie nicht zu höflich!

Es ist bekannt, dass Russen in der Öffentlichkeit nicht viel lächeln. Wenn Sie also mit der U-Bahn fahren, sollten Sie ein ernstes Gesichtsausdruck machen. Man muss sich auch nicht jedes Mal entschuldigen, wenn man jemanden leicht schubst. Denn die Züge sind voll und man steht dicht gedrängt. In so einer überfüllten Stadt wie Moskau ist das unvermeidlich. Eine "Entschuldigung" (russisch: „Iswinite!“) ist nur für Fälle von schweren Unannehmlichkeiten gedacht. Bis dahin gehen Sie sparsam besser mit Ihrer Höflichkeit um!

>>>Evolution im Untergrund: Die Moskauer Metro im Wandel der Zeit

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