Alles außer Fußball II: Sieben Tipps für einen Kurztrip nach Nischni Nowgorod

Alexey Filippov/Sputnik
Bis zur Eröffnung der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland versorgt Russia Beyond Sie mit To-Do-Listen für die austragenden Städte. Heute stellen Einheimische und unsere Russia-Beyond-Autoren Ihnen Nischni Nowgorod vor.

In diesem Sommer wird die Wolga-Metropole Nischni Nowgorod Fußballfans aus aller Welt begrüßen. Die Stadt wurde 1221 gegründet und ist heute Russlands fünftgrößte Stadt.

1 Spaziergang am Wolgaufer

Der französische Journalist Erwann Pensec verbrachte ein ganzes Jahr in Nischni Nowgorod und empfiehlt: "Die Stadt ist sogar im Zentrum sehr ruhig, die Leute sind sehr freundlich und immer hilfsbereit. Und so kann man zum Beispiel einfach durch die Straßen schlendern und muss keine Angst haben, sich zu verlaufen."

Erwanns Lieblingsort ist die Uferstraße: "Von hier aus können Sie den Horizont, endlose Wälder und die Wolga genießen."

Dort befindet sich auch die berühmte Tschkalow-Treppe von der Wolga hinauf zum Kreml. Erbaut von deutschen Kriegsgefangenen und Einheimischen, wurde die Treppe 1949 eingeweiht. Mit ihren 560 Stufen ist sie die höchste in Russland und eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

2 Besuch im Kreml

Die im 16. Jahrhundert erbaute Kremlfestung in Nischni Nowgorod wurde niemals völlig eingenommen. Im frühen 17. Jahrhundert war die Stadt zum Zentrum des Volkswiderstandes gegen die polnische Invasion. Am Fuße der Festung sammelte der Kaufmann Kusma Minin im Jahr 1612 Geld und Wertgegenstände, um zusammen mit dem Fürsten Dmitri Poscharskij eine Volkswehr zu organisieren, die dann Moskau von den polnischen Truppen befreien sollte. Damit endete auch die so genannte „Zeit der Wirren“ und 1613 bestieg der erste Zar aus der Romanow-Dynastie den russischen Thron: Michail Romanow. Heute funktioniert die Festung als weitläufiges Freilichtmuseum.

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Die deutsche Journalistin Peggy Lohse empfiehlt das Zentrum für zeitgenössische Kunst “Arsenal” (eng) auf dem Kreml-Gelände. "Neben interessanten Ausstellungen gibt es auch eine Buchhandlung, wo man Bücher über Konstruktivismus, Kunst und Lokalgeschichte kaufen kann. Und zur Entspannung bietet sich ein Raf-Kaffee im Museumscafé an! "

3 Streifzug durch stille Hinterhöfe

Die zwei Haupttouristenmagistralen Nischni Nowgorods sind die Straßen Roschdestwenskaja und Bolschaja Pokrowskaja. Julia Petuschkowa wohnt in Nischnij Nowgorod und findet die kleinen Gassen und Höfe abseits der Roschdestwenskaja besonders besuchenswert.

"Hier herrscht eine besondere Atmosphäre", sagt sie. "Diese Straßen wurden in den letzten 150 Jahren nicht renoviert, deswegen sind die Gebäude unberührt geblieben. Überall sind hier interessante Kunstobjekte und gemütliche Kaffeehäuser versteckt."

Außerdem lohnt sich ein Spaziergang entlang der Tschernigowskaja-Straße in Richtung der U-Bahn-Brücke zur ehemaligen Wasserpumpstation, die von dem berühmten Straßenkünstler Nikita Nomerz bemalt wurde. Mit seiner Serie "Gesichter" belebt er verlassene Häuser, zerbrochene Fenster und Wassertürme in verschiedenen russischen Städten.

4 Hoch über der Wolga schweben

Nischni Nowgorod hat die längste Seilbahn über Wasser in Europa. Sie wurde im Februar 2012 eröffnet. Eine Fahrt dauert ungefähr 15 Minuten und bietet eine traumhafte Aussicht über die Wolga und auf die nahegelegene Stadt Bor. Hier können Sie dann auch den im Juni 2017 eröffneten Pax Romana Park mit seinen historische Nachstellungen und verschiedenen Festivals besuchen.

5 Bildkunst im Museum für Fotografie

Erwann und Peggy sind sich einig: Ein Besuch im ersten Museum für Fotografie Russlands ist ein Muss! Das unscheinbar anmutende Museum mit Galerie eröffnete 1992 in der Piskunowa-Straße. "Eigentlich ist das Museum ziemlich groß. Im ersten Stock finden Sie alte Apparate, Fotos der Zarenfamilie und Landschaften aus dem 19. Jahrhundert. Natürlich dann auch spätere sowjetische Propaganda-Bilder", erzählt Peggy. "Im zweiten Stock zeigen verschiedene Ausstellungen örtliche und überregionale russische Fotografen."

6 Durch Nischni Nowgorods Untergrund

Nur sieben russische Städte haben ein eigenes U-Bahn-Netz. Die Metro in Nischni Nowgorod ist eine der neuesten und wurde erst 1985 in Betrieb genommen. Heute hat sie zwei Linien und 14 Stationen.

"Meine Lieblingsstation ist Dwigatel Rewoljuzii (deutsch: „Motor der Revolution“ – Anm. d. Red.) auf der roten Linie", sagt Julia. "Die Einheimischen lieben sie besonders wegen des beeindruckenden Namens, der die nahegelegene Dieselmotorenfabrik ehrt."   

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