Geschichte Tag für Tag: 7. Dezember

Unser täglicher Geschichtsrückblick zeigt Ihnen, was am heutigen Tag in der Geschichte Russlands und der Welt vor sich ging.

1988: Sowjetischer Staatschef Gorbatschow vor UN-Generalversammlung

28 Jahre nach Nikita Chruschtschows Auftritt vor den Vereinten Nationen tritt wieder ein sowjetischer Staatschef vor die UN-Generalversammlung in New York: Michail Gorbatschow. Er verspricht, in den nächsten drei Jahren die russischen Streitkräfte, die damals um die fünf Millionen Mann stark waren, um eine halbe Million zu reduzieren sowie auch aus den Mitgliedsstaaten des Warschauer Paktes insgesamt sechs Panzerdivisionen abzuziehen.

„Wir sind hierhergekommen, um unsere Achtung gegenüber der Organisation der Vereinten Nationen zum Ausdruck zu bringen, die immer mehr ihre Fähigkeit zeigt, ein einzigartiges internationales Zentrum im Dienste des Friedens und der Sicherheit zu sein.

(…)

Bekannt ist die Rolle der Sowjetunion in den internationalen Angelegenheiten. Unter Berücksichtigung der gegenwärtigen revolutionären Umgestaltung in unserem Lande, der ein immenses Potential des Friedens und der internationalen Zusammenarbeit innewohnt, sind wir heute besonders daran interessiert, dass man uns richtig versteht. Eben deshalb sind wir hier, im Gebäude der angesehensten Weltorganisation unsere Gedanken mitzuteilen, sie als erste über unsere neuen wichtigen Beschlüsse in Kenntnis zu setzen.

(…)

Zu einem Gebot der neuen Etappe ist die Entideologisierung der zwischenstaatlichen Beziehungen geworden. Wir kehren von unseren Überzeugungen, von unserer Philosophie und unseren Traditionen nicht ab und rufen niemanden auf, von den seinen abzukehren.

Wir beabsichtigen aber auch nicht, uns im Kreis unserer Werte abzukapseln. Das würde zur geistigen Verkümmerung führen, denn das würde den Verzicht auf eine derart mächtige Entwicklungsquelle bedeuten, wie es der Austausch von all dem Originellen, was jede Nation selbständig schafft, ist.

Soll jeder im Verlaufe eines solchen Austauschs die Vorzüge seiner Ordnung, seiner Lebensweise, seiner Werte unter Beweis stellen-nicht nur mit Worten und Propaganda, sondern mit realen Taten. Das ist gerade eben ein ehrlicher Kampf der Ideologien. Er darf jedoch nicht auf die gegenseitigen Beziehungen zwischen den Staaten übertragen werden.

(…)

Man möchte glauben, dass unsere gemeinsamen Bemühungen, mit dem Zeitalter der Kriege, der Konfrontation und der regionalen Konflikte, mit der Aggression gegen die Natur, mit dem Terror, der Hungersnot und dem Elend sowie mit dem politischen Terrorismus Schluss zu machen, mit unseren Hoffnungen vergleichbar sein werden. Das ist unser gemeinsames Ziel, und nur gemeinsam können wir es erreichen. Ich danke Ihnen.“

Die ganze Rede im Volltext finden Sie hier:

7. Dezember 1988, UNO Vollversammlung in New York

Quelle: EUROPA ARCHIV DOKUMENTE 1989 Seite D23-D38

Die Welt horchte auf, registrierte den Friedenswillen Gorbatschows. Zwei Jahre später bekommt er den Friedensnobelpreis verliehen. Deutsche Medien zeigten sich positiv überrascht.  

Video: Tagesschau 7. Dezember 1988

1764: Eröffnung der russischen Schatzkammer der Künste

Der 7. Dezember 1764 gilt als Eröffnungstag der Sankt Petersburger Eremitage – zunächst als private Sammlungen der Zarin Katharina der Großen. Von einem Berliner Kaufmann erwarb sie damals 225 Gemälde holländischer, flämischer und italienischer Meister. Diese Sammlung ließ sie in einem eigens neben dem Winterpalast errichteten Gebäude unterbringen, das „Einsiedelei" genannt wurde – auf Französisch „Eremitage". Heute gehören der Eremitage noch 96 Werke aus dieser Sammlung.

QUIZ: Wie gut kennen Sie die Eremitage?

Die Sankt Petersburger Eremitage ist eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt mit Filialen in London, Las Vegas, Amsterdam und Venedig.

Im Jahr 2014 – just zu ihrem 250. Jubiläum – konnte sie sich gegen die Galleria dell'Accademia in Florenz und das Pariser Musée d'Orsay durchsetzen und wurde von Besuchern der Touristikwebseite TripAdvisor zur besten Sehenswürdigkeit Europas gekürt.

Hier geht’s zur ganzen Geschichte, wie aus der privaten Sammlung der Zarin das beste Museum Europas wurde!

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