Fünf traditionelle russische Rezepte mit Äpfeln

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Russland hatte noch nie viel regionales Obst zur Auswahl und deshalb wurde jede Frucht, die im rauen Klima des Landes wuchs, besonders geschätzt. Äpfel werden bei der Zubereitung aller Arten von Desserts verwendet und sogar für den Winter eingelegt.

1 Pastila

Pastila ist eine der wenigen seit dem 14. Jahrhundert bekannten russischen Süßigkeiten. Es wird zudem in „Domostroi“, einem Buch über Familie und häusliches Leben, und in einem Dokument von Iwan dem Schrecklichen von 1573 erwähnt. Durch diese Zubereitung konnten die Apfelernten lange erhalten bleiben. Die beliebtesten Arten von Pastila werden immer noch in Kolomna, Moskauer Region, und Beljow, in der Region Tula, hergestellt.

Hier ist ein einfaches Rezept für hausgemachtes Pastila: Waschen Sie die Äpfel – es ist besser, saure Äpfel zu verwenden, die spät im Herbst reifen – und schneiden Sie sie in Viertel und entfernen Sie das Kerngehäuse. Die Äpfel bei niedriger Temperatur 20 bis 30 Minuten in Wasser garen und anschließend abkühlen lassen.

Nun können Sie die Äpfel schälen und Zucker hinzufügen – etwa 50 Gramm für ein Kilogramm Äpfel. Kochen Sie die Menge für weitere 15 Minuten bei niedriger Temperatur. Geben Sie anschließend alles in einen Mixer und pürieren Sie die Masse. Ein Backblech mit Backpapier auslegen, mit Pflanzenöl einfetten und das Apfelmus gleichmäßig verteilen. Die Pastila in einem leicht geöffneten Ofen für 90 Minuten bei 130 Grad Celsius backen. Anschließend abkühlen lassen, das Backpapier entfernen und in gleich große Stücke zerteilen.

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2 Eingelegte Äpfel

Laut den Erinnerungen seiner Zeitgenossen liebte der berühmte russische Dichter Alexander Puschkin eingelegte Äpfel und konnte eine enorme Menge davon essen. Außerdem aß er sie wohl auch gerne als Mitternachtsimbiss.

Das Rezept für eingelegte Äpfel ist einfach und benötigt nur wenige Zutaten: Äpfel, Kräuter, Johannisbeerblätter und Salz – aber es erfordert Geduld, da es zwischen sechs und acht Wochen dauert, bis die Äpfel verzehrfertig sind.

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3 Scharlotka

Scharlotka ist ein Apfelkuchen, der im 19. Jahrhundert von dem französischen Küchenchef Marie-Antoine Carême erfunden wurde, der in den Diensten von Alexander dem Ersten stand. Obwohl das Dessert mit bayrischer Creme und Schlagsahne zunächst „Charlotte à la parisienne“ genannt wurde, wurde es später auf der ganzen Welt unter dem Namen „Charlotte russe“ bekannt.

Während der Sowjetzeit verschwand die Creme aus dem Rezept und stattdessen erschienen Rezepte für einen Kuchen aus mit Eiern angefeuchteten Brotkrumen. Heutzutage versteht man unter Scharlotka ein Biskuit mit Äpfeln.

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4 Apfelmarmelade

Marmelade ist die wichtigste Zutat und Quelle von Vitaminen während des russischen Winters. Sie wird aus allem hergestellt, was im Garten wächst, einschließlich Äpfeln. Marmelade aus sauren und sehr reifen Äpfeln schmeckt besonders gut.

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5 Pfannkuchen mit Äpfeln

Pfannkuchen sind ein traditionelles Gericht, das in Russland nicht nur an Fastnacht gegessen wird. Dünne Pfannkuchen sind ideal zum Befüllen, wie zum Beispiel mit karamellisierten Äpfeln. Die können Sie wie folgt herstellen: Schälen Sie die Äpfel, entfernen Sie das Kerngehäuse und schneiden Sie sie in dünne Scheiben. Butter in einer Pfanne schmelzen, Honig hinzufügen und vermengen. Fügen Sie die Äpfel hinzu, vermischen Sie wieder alles gut und kochen Sie es für fünf bis zehn Minuten. Die Füllung auf einen Pfannkuchen geben und einrollen oder falten. Am besten mit Schmand servieren.

Guten Appetit!

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