Von Matrjoschka bis Gschel-Keramik: Die beliebtesten Souvenirs aus Russland

Pavel Smertin/TASS
Russia Beyond präsentiert ein kleines ABC der russischen Handwerkskunst. All diese Schätze können Sie nach einer Reise durch Russland mit nach Hause nehmen.

Handwerkskunst à la russe ist ein beliebtes Souvenir ausländischer Touristen, die durch Russland reisen. Die Schostowo-Malerei, Matrjoschka-Puppen, russische Spitze, Gschel-Keramik und viele andere Gegenstände der Volkskunst mit ihrer langen, traditionsreichen Geschichte sind das perfekte Geschenk für Freunde und Familie. Vergessen Sie Wodka und Pelzmützen! Wir haben für Sie die zwölf interessantesten Highlights der russischen Handwerkskunst der letzten zehn Jahre zusammengestellt.

Matrjoschkas

Als Matrjoschkas bezeichnet man die russischen verschachtelten Holzpuppen, die zu den bekanntesten nationalen Symbolen des Landes zählen und ein beliebtes Souvenir der Touristen sind. Vielleicht überrascht Sie die Tatsache, dass diese Handwerkskunst erst um die 100 Jahre alt ist, denn man hat definitiv das Gefühl, dass es die Matrjoschkas seit Urzeiten gibt. Schauen Sie der Handwerkskünstlerin in unserem Video bei der Herstellung der Puppen zu.

Lackminiaturen aus Palech

Die Lackminiaturen aus Palech entstanden als Volkskunst in dem gleichnamigen Dorf der Iwanowo-Region. Diese Malkunst geht auf die Tradition der Ikonenmalerei des alten Susdals und den Moskauer Schulen (15. bis 16. Jahrhundert) zurück.

Zu Beginn der 1920er-Jahre fingen die Palech-Künstler an, Kästchen, Broschen, Puderdosen, Brillenetuis und Aschenbecker zu dekorieren. Die Motive für diese Miniaturen entstammten für gewöhnlich dem Alltagsleben, aus literarischen Werken, Märchen, Volksdichtungen und Liedern. Auf der Weltausstellung in Paris im Jahr 1923 wurden die Lackminiaturen aus Palech sogar ausgezeichnet.

Heutzutage ist jeder zehnte Bewohner dieses Dorfes Absolvent der „Palekh Art School“. Schauen Sie sich unser Video zu der „Palekh Art School“ und ein weiteres Video zur zeitgenössischen Ikonenmalerei in Palech an.

Die Cholchoma-Malerei

Die Cholchoma-Malerei auf Holzgegenständen ist weltweit bekannt und hat die Stadt Nischni Nowgorod sicherlich in den internationalen Fokus gerückt. Doch wussten Sie, dass die Cholchoma-Malerei und die Bemalung der Matrjoschka-Holzpuppen denselben Ursprung haben? Erst 1928 setzte sich die Cholchoma-Malerei als eigenständige Handwerkskunst ab und begann, sich ausschließlich auf Geschirr und Möbel zu konzentrieren. Schauen Sie sich zu diesem Thema unser Video und die darin erzählten Geschichten an!

Die Gorodez-Malerei

Die Gorodez-Malerei wird zur sogenannten naiven Kunst gezählt. Sie stammt von geschnitzten Spinnrocken, die in den Dörfern nahe der Stadt Gorodez und in der Region um Nischni Nowgorod handgefertigt wurden. Zu Beginn benutzten ortsansässige Handwerkskünstler die Inkrustationstechnik, um die Spinnrocken zu verzieren. Für gewöhnlich malen sie Situationen aus dem Volksleben (Lustbarkeiten, Teezeremonien, das Reiten der berühmten Gorodezpferde), Vögel oder andere Tiere (Hähne, Pferde, Löwen, Leoparden) sowie Blumenmuster nach. 

Die filigranen Metallarbeiten aus Kasakowo

Die Kunsthandwerke aus Kasakowo, einem russischen Dorf in der Nähe der Region Wolga, sind seit fast 80 Jahren für ihre großartigen filigranen Metallarbeiten bekannt. Leider ist diese Handwerkskunst heute vom Aussterben bedroht.

Die sowjetischen Vintage-Teetassenhalter, Schatullen, Zigarettenetuis, Ikonenrahmen und Hockeyhelme werden aus hauchdünnem, versilbertem Draht hergestellt und sind ein heißbegehrtes Kaufobjekt der Touristen in den Moskauer Souvenirshops. Nur wenige von ihnen jedoch wissen, wie diese Kunst entsteht.

Gschel-Keramik

Die berühmte blau-weiße Gschel-Keramik gehört zu den beliebtesten Mitbringseln aus Russland. Die handgemachten und handbemalten Unikate werden in einer kleinen, etwas außerhalb von Moskau liegenden Stadt von ortsansässigen Kunsthandwerkern hergestellt.

Gschel, 57 Kilometer südwestlich von Moskau, ist seit Langem für seinen hochwertigen Lehm bekannt, daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass die dortigen Töpfer bei der russischen Porzellanproduktion Vorreiter waren. Seit dem frühen 19. Jahrhundert produzieren sie Tischgeschirr und blau bemalte Skulpturen auf weißem Hintergrund. 

Pawlowski-Possad-Tücher

Die Pawlowski-Possad-Tücher werden aus natürlichen Stoffen und traditionellen, farbenreichen Mustern hergestellt, sind immer en vogue und besitzen eine 200-jährige Geschichte. Wir haben das Tücher-Museum in Pawlowski Possad besucht und uns eine Führung durch die Tücherfabrik der Stadt geben lassen.

Orenburger Schals

Während die Pawlowski-Possad-Tücher das ganze Jahr über getragen werden können, sind die Orenburger Schals nur im Winter tragbar. Diese besonderen Schals bestehen aus einer besonderen Art solider, weicher Ziegenwolle, die nur in der Region um Orenburg herum zu finden ist. Die Ziegen in der Region sind strenge Winter, Schneestürme und niedrige Temperaturen gewohnt. Ihr Haar ist ungefähr 17 Mikrometer dick und damit vier Mal dünner als das menschliche und eineinhalb Mal dünner als Angorawolle.

Tablettmalerei aus Schostowo

Diese russische Handwerkskunst aus Schostowo widmet sich der Metalltablatt-Malerei und wird immer noch gerne und häufig in ihrem Geburtsort Schostowo, 40 Kilometer von Moskau, ausgeübt. Schauen Sie sich unser Video dazu an. Heute werden die Meisterwerke aus Schostowo von großen Nationalmuseen ausgestellt und zählen laut dem Staatsindex zu den wertvollsten Kulturgegenständen der Russischen Föderation. 

Rostower Finift

Die Emailmalerei kam im 17. Jahrhundert nach Rostow, das 200 Kilometer nordwestlich von Moskau liegt. Den zweiten Frühling erlebte sie nach der Russischen Revolution im Jahr 1917, als ortsansässige Meister begannen, aus diesen farbenfrohen floralen Mustern kleine Figuren zu kreieren. Schauen Sie sich hier einige Beispiele und die Geschichte des Rostower Finift an.

Russische Spitze

Die russische Spitze aus Wologda besitzt eine viel längere Tradition als die sizilianische Spitze, die gerne bei Dolce & Gabbana verwendet wird.Geübte Handwerkskünstler stellen sie im russischen Norden bereits seit dem 17. Jahrhundert mithilfe von Gold- und Silberfäden her. Lesen unseren Bericht darüber, wie die russische Spitze aus Wologda hergestellt und von russischen Designern (sogar Beyoncé trägt sie) in ihrer Mode verwendet wird.

Die Dymka-Spielfiguren

Bei den Dymka-Spielfiguren handelt es sich um wahre Unikate. Jede einzelne von ihnen hat ein eigenständiges Thema und ein eigenes Design. Die Figuren gelten als einer der ältesten Handwerkkünste Russlands und haben in der Region Kirow im Dorf „Dymkowo“ ihren Ursprung – vor mehr als 400 Jahren. Bis heute halten sich die Spielfigurenkünstler streng an die Tradition, haben uns hier aber einige ihrer Geheimnisse verraten!

Goldstickerei aus Torschok

Ranghohe und verdiente Militärs tragen sie heute, ebenso orthodoxe Geistliche bis hin zum Patriarchen. Sie hält das Staatswappen auf der russischen Flagge. Überall in Russland führen Souvenirläden an Bahnhöfen, Flughäfen und Stadtzentren sie als Taschen, Portemonnaies, Schals, Brillen- oder Handyhüllen: filigrane Goldstickereien.

Die Heimat dieses seltenen Handwerks liegt dabei nicht etwa in den Metropolen Moskau oder Sankt Petersburg, sondern etwa 240 Kilometer nördlich der Hauptstadt an deren Verbindungsfernstraße M-10, in dem kleinen Torschok im Twerer Gebiet.

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